Änderungen ab 2012

Zuchtverbände beraten über vorgesehene HLP-Änderungen in 2012

Warendorf (fn-press). Das „Jahr 1“ hat die reformierte Hengstleistungsprüfung der deutschen Reitpferdezuchten nun hinter sich. Wenngleich das neue System grundsätzlich seine Bewährungsprobe bestand, zeigte der Praxistest dennoch kleine Schwachstellen auf. Diese sollen im Jahr 2012 abgestellt werden.

Ein Jahr lang wurde das neue Modell der Hengstleistungsprüfung mit 529 angemeldeten und 413 geprüften Hengsten getestet. Nach dem Erfahrungsaustausch innerhalb der Arbeitsgruppe Hengstleistungsprüfung mit Vertretern der Richter, Fremdreiter, Prüfungsstationen und Hengsthalter analysierten auch die Mitgliedszuchtverbände der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) die Neuerungen. Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer Zucht der FN, erläutert: „Grundsätzlich sind wir sehr zufrieden, das Anmeldeverfahren hat reibungslos funktioniert, die Prüfungen liefen ordnungsgemäß ab. Bei den Bewertungen der Prüfungsmerkmale wurde die Notenskala ausreichend gut ausgeschöpft und den Leistungen entsprechend selektiert. Aber wenn man ein neues System installiert, ist es nicht verwunderlich, wenn der eine oder andere Punkt diskutiert und nachgebessert werden muss.“

So haben die Zuchtverbände mehrere Neuerungen und Ergänzungen auf den Weg gebracht, über die der Beirat Zucht, das oberste Zuchtgremium der FN, bis Ende des Jahres entscheiden wird. Die Änderungsvorschläge im Einzelnen:

  • Statt bisher drei zentraler Anmeldschlüsse im Jahr (1. Februar, 15. Juni und 1. September), soll es ab 2012 für jeden Prüfungsdurchgang eigene, individuelle Anmeldeschlüsse geben. Der jeweilige Anmeldeschluss soll dann jeweils vier Wochen vor dem Beginn der Prüfung liegen. Eine Nachmeldung wird – wie bisher auch – bis zwei Wochen vor Prüfungsbeginn möglich sein. Die Hengsthalter werden durch diese Veränderung bei der Anmeldung zum gewünschten Prüfungsdurchgang mehr Flexibilität erhalten und können besser planen und sich kurzfristiger entscheiden.
  • In den Katalogen zu den Prüfungsdurchgängen sollen nach wie vor alle angemeldeten Hengste veröffentlicht werden, allerdings sollen die nicht angetretenen Hengste zukünftig am Ende des Kataloges, der auf der Webseite www.hengstleistungspruefung.de heruntergeladen werden kann, geführt werden.
  • Bei der Anlieferung der Hengste zur HLP soll weiterhin eine Bestätigung verlangt werden, dass der Hengst sowie sein Herkunftsbestand frei von ansteckenden Krankheiten sind. Allerdings soll diese ab 2012 nur noch der Amtstierarzt ausstellen.
  • Weiterhin wird ein Nachweis bei der Anlieferung verlangt, dass der betreffende Hengst kein Ausscheider der Equinen Virusarteritis ist. Dieser Nachweis wird allerdings ab 2012 aus einem akkreditierten und für die Untersuchungen qualifizierten Labor stammen müssen, das die Untersuchungen gemäss den Empfehlungen der World Organisation for Animal Health (OIE) durchführt. Das bedeutet, dass der zu erbringende Nachweis von allen deutschen Untersuchungslaboren akzeptiert wird, die die entsprechenden Bedingungen erfüllen.
  • Von den Anmeldegebühren, die an die FN zu entrichten sind, soll ab 2012 die Prüfungsgebühr – nicht jedoch die Verwaltungsgebühr – bei Nichtanlieferung eines Hengstes zurückerstattet werden.
  • Prüfungsstationen sollen ab 2012 das Recht haben, in ihren vertraglichen Bestimmungen festzuschreiben, dass dem Anmelder bei Nichtanlieferung des angemeldeten Hengstes eine Gebühr für entstandene Aufwendungen und entgangenen Nutzen in Rechnung gestellt wird.
  • Sowohl in der Veranlagungsprüfung als auch in der 70-tägigen Leistungsprüfung soll anlässlich des ersten Trainingsbesuches in der zweiten Woche zusätzlich zu der Überprüfung der Grundgangarten und der Rittigkeit auch das Freispringen erstmals überprüft werden. Dies, um mehr Informationen zur Springveranlagung der Hengste zu bekommen und nicht nur die Grundgangarten bei jedem Trainingsbesuch zu überprüfen. Hierfür soll der erste Trainingsbesuch um einen halben Tag erweitert werden. Darüber hinaus soll der zweite Trainingsbesuch der 70-tägigen Hengstleistungsprüfung von der 5. auf die 6. Prüfungswoche nach hinten verlegt werden. Die zu überprüfenden Prüfungsmerkmale dieses Trainingsbesuches werden sich aber nicht ändern.
  • An der 70-tägigen Leistungsprüfung sollen ab 2012 nur noch drei- bis siebenjährige Hengste teilnahmeberechtigt sein, damit künftig nicht mehr dreijährige und zehnjährige oder ältere Hengste miteinander geprüft werden. Achtjährige und ältere Hengste können dann die HLP nur noch über Erfolge im Turniersport ablegen.
  • Außerdem ist der vorgeschriebene Standardparcours für die 70-tägige Hengstleistungsprüfung in der Linienführung überarbeitet und vereinfacht worden und soll damit ab 2012 gerade von den dreijährigen Hengsten einfacher zu bewältigen sein.

Auch die Bedingungen für die Geländeprüfung der 70-tägigen Leistungsprüfung sollen weiter standardisiert werden.
(FN aktuell, Dezember 2011)

 

 

 

Neukonzeption Hengstleistungsprüfung ab 2011

Ab Januar 2011 ist es soweit, nach intensiver Vorbereitung treten die neuen HLP-Richtlinien in Kraft. Durch eine Änderung des Tierzuchtgesetzes im Jahr 2006 ist ein neues Konzept notwendig geworden. Der Staat zieht sich aus der Durchführung der Leistungsprüfungen sukzessiv zurück, so dass die Hengstleistungsprüfungen im Sinne des Tierzuchtgesetzes privatisiert werden. Die Zuchtverbände übernehmen die Verantwortung und übertragen- soweit es durch die jeweiligen Behörden der Länder ermöglicht wird - der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) die Durchführung. Zunächst greift das neue Konzept für die Prüfungen der Hengste der Deutschen Reitpferdezuchten. Bis spätestens Ende 2013 soll jedoch auch im Bereich der Ponys ein neues Konzept erarbeitet werden.

Durch die zentrale Koordination unter dem Dach der FN soll eine weitergehende Vereinheitlichung erreicht werden mit dem Ziel, objektive, aussagekräftige und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

Grundsätzlich bleibt das bestehende System aus einer 70-Tage dauernden Stationsprüfung und der Alternative einer 30-tägigen Veranlagungsprüfung (VA) in Kombination mit Turniersportplatzierungen bestehen. Viele bewährte Elemente werden übernommen. Alle Möglichkeiten zum Leistungsnachweis für Hengste der Deutschen Reitpferdezuchten finden Sie unten in der gleichnamigen Anlage. Besonders in der praktischen Umsetzung, bei der Anmeldung und der Ergebnisermittlung ergeben sich für Hengsthalter und Züchter einige Neuerungen.


Die wesentlichsten Änderungen

  • Anmeldung mit freier Auswahl der Prüfungsstationen, aber mit festgesetzten Anmeldeschlüssen
    (jeweils 4 Wochen vor Beginn der entsprechenden Prüfung); 
  • Festgelegte Gruppengröße: Mindestens 25 und maximal 40 angemeldete Hengste pro Prüfungsdurchgang; 
  • Zentrale Zuteilung der Sachverständigen durch die FN aus einem vom Beirat Zucht berufenen Sachverständigenpool; 
  • Trainingsbewertung durch zwei Richter zusammen mit dem Trainingsleiter;
  • Informative Ergebnisdarstellung mit Einzelnoten, gewichteten Endnoten und Zuchtwerten.


Anmeldung

Eine der wichtigsten Veränderungen, besonders für die Hengsthalter, stellt das neue Anmeldesystem dar. Unter der Rubrik „Prüfungen“ dieser Webseite, sind alle zukünftigen Prüfungstermine aufgeführt. Um einen Hengst anzumelden, müssen sich die Anmelder zuvor kostenlos registrieren. Zu beachten ist, dass dieser einmalige Registriervorgang einige Tage dauern kann. Eine frühzeitige Registrierung ist somit zu empfehlen.

Gruppengröße

Zur Steigerung der Vergleichbarkeit innerhalb der Gruppen, wurde von den Zuchtverbänden anhand eines wissenschaftlichen Gutachtens eine Mindestanmeldezahl von 25 Hengsten festgelegt. Bereits in der Prüfungsübersicht wird angezeigt, wie viele Nennungen für einen bestimmten Prüfungsdurchgang bereits abgegeben wurden.
Nach dem Anmeldeschluss steht fest, welche Prüfungsdurchgänge die geforderte Mindestanmeldezahl erfüllt haben; alle anderen Prüfungsdurchgänge finden nicht statt. Die Anmelder, deren ausgewählter Prüfungsdurchgang abgesagt wird, können diese Hengste auf andere bereits freigegebene Prüfungen ummelden.
Um einen möglichst standardisierten Ablauf über alle Stationen hinweg gewährleisten zu können, werden die Gruppengrößen auf maximal 40 Hengste begrenzt.

Sachverständige

Zukünftig werden alle Sachverständigen aus einem zentralen Pool der FN zu den Prüfungsstationen entsandt. Neben den Richtern der Abschlussprüfung und den Fremdreitern kommen im Rahmen des neuen Konzeptes jeweils zwei Trainingsrichter zu regelmäßigen Trainingskontrollen in die Stationen und vergeben zusammen mit dem Trainingsleiter die Noten des Trainings.

Ergebnisse

Anders als bisher, werden die Ergebnisse der Hengste nicht mehr in Form des Indexes ausgewiesen. Veröffentlicht werden zukünftig bei beiden Prüfungsformen, die Einzelnoten aus Training und Abschlussprüfung, sowie die daraus errechneten gewichteten Endnoten (gewichtete Gesamtnote, dressurbetonte und springbetonte Endnote).
Zusätzlich wird sowohl ein VA- bzw. HLP-Zuchtwert Dressur sowie ein VA- bzw. HLP-Zuchtwert Springen geschätzt und veröffentlicht.
Ergänzend werden die Abweichungen des Zuchtwertes zum entsprechenden Pedigree-Zuchtwert ausgewiesen, um die Veränderungen durch die Eigenleistung des Hengstes besser einschätzen zu können.
Die Zuchtwerte ermöglichen einen Vergleich über alle Prüfungsstationen, Prüfungsdurchgänge und Jahrgänge hinweg.

 

 HLP-Richtlinien ab 2013

 Möglichkeiten der verschiedenen Leistungsnachweise

 Bestätigungsformular zur Fortschreibung 4-jähriger Hengste

 Informationsflyer HLP ab 2011

 Präsentation der neuen HLP ab 2011

 

Pferdezuchtverband Baden WürtembergLandesverband Bayerischer Pferdezüchter e.V.Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt e.V.Hannoveraner Verband e.V.Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes e.V.Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V.Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes e.V.Springpferdezuchtverband Oldenburg-International e.V.Rheinisches Pferdestammbuch e.V.Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar e.V.Pferdezuchtverband Sachsen-Thüringen e.V.Verband der Züchter und Freunde des Ostpreußischen Warmblutpferdes Trakehner Abstammung e.V.Westfälisches Pferdestammbuch e.V.Verband der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes e.V.Zuchtverband für Sportpferde Arabischer Abstammung e.V. (ZSAA)Zuchtverband für deutsche Pferde e.V.